Ist das Kunst?

Wenn Ihnen in letzter Zeit beim Treppensteigen ein merkwürdiges Wasserrauschen aus dem vierten Stock auffällt und Sie diesem Geräusch nachgehen, dann stehen Sie plötzlich vor einer mannshohen Installation: Pfannen, Drahtgestelle, den Rahmen eines Kinderfahrrads, sogar einen Golfschläger und – Salat. Ist das Kunst, fragen Sie sich vielleicht?

Gabriel Grasic, Carmen Heilig und Sascha Keller können Ihnen diese Frage beantworten. Sie besuchen alle die Klasse 6MT22c an der BMSW und bei einem einfachen «Ja» bleibt es nicht, wenn man die drei nach ihrer Installation befragt. Entstanden ist das Ganze nämlich als BMA-Produkt und es stecken verschiedene Themen darin.


Wer in Basel schon einmal den Fasnachtsbrunnen besichtigt hat, der wird sich im vierten Stock vielleicht an Jean Tinguely erinnert fühlen. An seine kinetischen Kunstwerke ist die Skulptur angelehnt. Entstanden ist sie aus verschiedenen Elementen, welche die drei angehenden Konstrukteure EFZ zunächst skizziert und dann in einer Kombination von künstlerischem Prozess und praktischer Realisation zusammengeschweisst, -gelötet und -geschraubt haben. Dabei ist der Schritt vom statischen Objekt zum performativen Ereignis definitiv gelungen. Der Aspekt der Veränderung, welcher der kinetischen Kunst innewohnt, macht dabei nicht einmal vor Wand und Boden halt, denn die Wassertropfen nehmen ihren eigenen Weg, etwas zum Leidwesen des Hausdienstes.


Doch was hat es mit dem Salat auf sich? Hier kommt ein weiteres Interessengebiet der Lernenden ins Spiel – die Hydroponik. Dabei handelt es sich um erdlosen Pflanzenanbau, wobei sich die Pflanzenwurzeln in mit Nährstoffen angereichertem Wasser befinden. Ähnlich wie beim Vertical-Gardening kann mit dieser Methode gemäss den drei Lernenden Platz und Wasser gespart werden. Doch solche Systeme sind bereits bekannt und erprobt. Das hier stehende BMA-Produkt geht einen Schritt weiter und wagt eine bisher unbekannte Kombination. Es ist eine gelungene Mischung aus technischem Können und anschaulicher Nachhaltigkeit und gleichzeitig – eindeutig – Kunst!  

 

SiMi

Winterthur, 17. März 2026

 

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