Preisverleihung der Berufsmaturitätsarbeiten 2025

Am Dienstagabend, dem 31. März 2026, wurden in der voll besetzten Aula des Anton-Graff-Hauses die besten Berufsmaturitätsarbeiten des laufenden Schuljahres ausgezeichnet. Aus den über 200 eingereichten Arbeiten wurden 15 Beiträge für die Expertenrunde ausgewählt. Aus diesen prämierte die Jury schliesslich die folgenden vier Projekte. Dank der grosszügigen Stiftungen der Sponsoren die Mobiliar, der Zürcher Kantonalbank und WIN GD konnte ein Preisgeld von insgesamt CHF 4500.- verliehen werden.

Den 1. Preis erhielt die Arbeit mit dem Titel „Früher Ausstieg statt langer Karriere: ‚Berufsflucht‘ von Fachpersonen Betreuung Kind in Kitas“. Diese Untersuchung widmet sich dem hochrelevanten gesellschaftlichen Problem des Fachkräftemangels im Betreuungsbereich. Ole Ahrend, Lilian Peter und Lina Suryawanshi konnten mithilfe einer Umfrage bei FaBes aufzeigen, dass der Grund für den drastischen Exodus – rund zwei Drittel arbeiten zwei Jahre nach der Lehre nicht mehr auf ihrem Beruf – nicht im fehlenden Interesse am Beruf liegt, sondern vor allem auf die Arbeitsbedingungen und die Entlöhnung zurückzuführen ist. Der Beruf wird also trotz bestehender Leidenschaft verlassen. Besonders eindrücklich ist dabei die Verbindung von persönlicher Betroffenheit und wissenschaftlicher Analyse, die der Arbeit eine hohe Relevanz und Tiefe verleiht.

Den 2. Preis erhielt die Arbeit mit dem Titel „Was motiviert zu Reisen mit dem Zug statt mit dem Flugzeug innerhalb Europas?“. Besonders überzeugte die Jury der geschickt eingesetzte Methodenmix, der quantitative und qualitative Ansätze kombiniert. Die Arbeit zeigt unter anderem, dass heute vor allem die Reisezeit für die Wahl des Transportmittels ausschlaggebend ist, während der ökologische Fussabdruck kaum ins Gewicht fällt, – obwohl es hier gravierende Unterschiede gibt. So stösst ein Flug von Zürich nach Paris 29-mal mehr CO₂ aus als eine entsprechende Zugfahrt. Stephan Hagmann, Lorenz Hohermuth und Jannis Milz zeigen auf, welche Massnahmen notwendig wären, um das entsprechende Bewusstsein stärker in den Fokus zu rücken. Dies ist nur ein Beispiel aus der fundiert recherchierten Arbeit, die sich für eine nachhaltige Zukunft der europäischen Mobilität einsetzt.

 

 

Den 3. Preis teilen sich zwei Arbeiten mit einem kreativen Produkt.

Zum einen wurde die Arbeit „Hydroponik trifft Tinguely“ ausgezeichnet, die sich mit der Frage beschäftigt, wie sich das Interesse an erdlosem Pflanzenanbau wecken lässt. Die Gruppe verbindet auf innovative Weise nachhaltige Pflanzenkulturen mit technologischen und künstlerischen Elementen. Durch die kreative Kombination von Naturwissenschaft und Gestaltung gelang es Gabriel Grasic, Carmen Heilig und Sascha Keller, ein komplexes Thema anschaulich und greifbar zu machen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt „Lichtblick – Prävention“, im Rahmen dessen eine App zur Förderung der psychischen Gesundheit junger Erwachsener entwickelt wurde. Ronja Godenzi, Jonas Gottmann, Lena Müller und Raphael Somary stellten sich den technischen Herausforderungen der Softwareentwicklung. Mit nur rudimentären Programmierkenntnissen entwickelten sie mithilfe von Replit eine voll funktionsfähige App. Diese soll niederschwellige Unterstützung bieten und zugleich für ein Thema sensibilisieren, das zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnt.

 

 

Insgesamt spiegeln die prämierten Arbeiten die Vielfalt und Qualität der Berufsmaturitätsausbildung wider. Sie zeigen, dass Lernende in der Lage sind, komplexe Fragestellungen eigenständig zu bearbeiten, innovative Lösungen zu entwickeln und gesellschaftlich relevante Themen kritisch zu reflektieren. Die Prämierung würdigt nicht nur die Leistungen der ausgezeichneten Gruppen, sondern auch das Engagement aller Beteiligten – von den Lernenden über die betreuenden Lehrpersonen bis hin zu den unterstützenden Institutionen. Die diesjährigen Projekte machen deutlich, welches Potenzial in den Berufsmaturitätsarbeiten steckt – und wie wichtig es ist, dieses gezielt zu fördern.

 

 

SiAu

Winterthur, 2. April 2026

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